
![]() Da war die Männerreige noch komplett |
Nun war es endlich soweit, am Samstagmorgen wurde zur 2-tägigen Kulturreise ins Elsass gestartet. Nach dem verstauen der Taschen und Rucksäcke fuhren 18 Männerriegler mit zwei Kleinbusen Richtung Basel. Ohne Probleme wurde der Zoll überquert denn unser erstes Ziel war das Automobilmuseum Schlumpf in Mulhouse, die grösste Automobil-Sammlung der Welt.
Bugatti, Rolls Royce, Ferrari, Panhard….. In den Hallen der ehemaligen Strickerei Schlumpf wurden in ungefähr 100 Automarken die wunderbare Geschichte des Automobils zusammengefasst. Aussergewöhnlich durch seine Sammlungen um die Geschichte, verleiht es dem Museum einen privilegierten Platz in der heutigen Welt der Automobile. Die Sammlungen weisen auf die Erfindung und Entwicklung jenes Fortbewegungsmittels, die mitte des 20. Jahrhundert für eine Elite reserviert war und seit 1960 weit und breit in Europa benutzt wird. Der aussergewöhnliche Charakter der Sammlung ist auf die Qualität der repräsentierten Wagen und Marken und deren Anzahl zurückzuführen: mehr als 100 Bugatti, daneben aber auch Peugeot, Renault, Citroen… und noch viele andere berühmte Namen wie Rolls Royce, Hispano-Suiza, Maserati, Ferrari… in mehr als 600 Exponaten, darunter 400 das ganze Jahr im Museum ausgestellt.
![]() Auf die Plätze los mit 3 Bugatti in der Frontreihe |
Werner und Many gefiel es so gut, dass sie versuchten einen Oldtimer zu kaufen. Darum ließen wir sie gleich dort. Auch Willi und Hebu kamen nicht mehr mit, da sie den Biber den sie im Bach vor dem Museum erblickten weiter beobachten wollten… oder war es wohl eine Biberratte…
14 Männerriegler machten sich weiter auf die Weiterfahrt Richtung Wattwiller. In der Ferme-Auberge Silberloch wäre eigentlich ein Apéro mit Flammkuchen angesagt gewesen. Der Apéro war ausgezeichnet aber auf den Flammkuchen mussten wir verzichten. Wir auch immer das Zviriplättli mundete ausgezeichnet. Renato und Heinz schmeckte der Elsasser Wein so gut, darum liessen wir beide dort.
![]() Bunker auf dem Hartmansweilerkopf |
12 Männerriegler machten sich zu
Fuss Richtung Hartmannsweilerkopf.
Der Hartmannsweilerkopf ist ein steiler Ausläufer des letzten Vorgebirges im Vogesenmassiv, das mit seinen 956 Metern über dem Meeresspiegel die südliche Elsässische Ebene überragt. Durch den Ersten Weltkrieg ist der Hartmannsweilerkopf neben Verdun zum Symbol für Brutalität und den Vernichtungswillen des mörderischen Ringens zwischen zwei Völkern geworden. Die Kämpfe am Hartmannsweilerkopf 1915 – 1916 um den Frontabschnitt gehören zu den härtesten und verlustreichsten des ganzen Krieges. Neben Desertationen und Zersetzungserscheinungen gab es auch Verbrüderungstendenzen zwischen den einfachen Soldaten, die jedoch durch Exekutionen bestraft wurden. Am Ende gab es weder Sieger noch Besiegte, denn beide Seiten teilten sich nach vielen Eroberungsversuchen ohne nennenswerte Ergebnisse den Gipfel. Erst als die Amerikaner mit zahlreichen ausgeruhten Soldaten in den Krieg auf Seiten Frankreichs eingriffen, wurde im November 1918 ein Waffenstillstand getroffen. So stehen die Kämpfe am Hartmannsweilerkopf auch symbolisch für den Stellungskrieg, der sie treffend gekennzeichnet wurde mit „Im Westen nichts Neues“. Die Spuren die diese Kämpfe hinterlassen haben, sind noch über 80 Jahren später zu sehen. Jedes Jahr besuchen zahlreiche Touristen den Hartmannsweilerkopf, um durch die Erinnerung an die Opfer und die Leiden der Menschen die Nachgeborenen vor dem Widersinn des menschlichen Vernichtungswillens zu bewahren. Die Gedenkstätte zeigt den Unsinn eines Krieges in aller Deutlichkeit mit den über 30000 gefallenen Soldaten.
Die beiden Peter verliefen sich in den noch vorhandenen Schützengräben total und übernachteten wohl in einem noch vorhandenen Bunker.
Darum machten sich nur noch 10 Männerriegler auf den Weg Richtung Grand Balllon.
Im Chalet Hotel du Grand Ballon (tönt wirklich super) auf 1424m erwartete beim Zimmerbezug die Männerriegeler der erste Schock, die Zimmer waren so winzig klein das im fünfer Zimmer jeweils zwei vor der Türe warten mussten bis die anderen sich eingerichtet hatten. Das Wetter wurde immer schlechter, heftiger Regen, starker Wind und aufziehender Nebel veranlasste uns den Apèro im Aufenthaltsraum einzunehmen. Endlich kamen auch wir zu unserem Flammkuchen der das prätikat Weltklasse mehr als verdiente. Das servierte Nachtessen war ein kulinarisches Highlight, der Wein dazu ausgezeichnet und über das Dessert reden wir schon gar nicht. Jedenfalls waren alle zufrieden und das will bei einer Männerriege schon etwas bedeuten. Der Abend verging schnell, denn die Männerriegler wissen viel… sehr viel zu erzählen. Und da der Ausgang gestrichen war… war nach dem letzten Schlummertrunk Nachtruhe angesagt.
Beim reichhaltigen Frühstückbuffet wurden die aktuellen News aus der Heimat erzählt (Handy sei dank). Erstaunlicherweise haben fast alle sehr gut geschlafen und waren somit voller Tatendrang für den neuen Tag. Da sich das Wetter immer noch von seiner schlechten Seite zeigte wurde das Tagesprogramm neu gestaltet.
Vor der Weiterfahrt zeigt sich das wir den GV Auftrag, „das Vermögen nicht weiter anwachsen zu lassen“ zu wenig gründlich ausgeführt hatten. Darum liessen wir unseren Kassier Hanspeter und unser Obmann Heinz im Hotel zurück. Wünschen euch gute Erholung…
8 Männerriegler machten sich noch auf den Weg Richtung Col de Schlucht nach Munster.
![]() Munster und seine Störche |
Die Elsässer Stadt Munster kann gleich mit zweierlei Raritäten auftrumpfen: Dem weltberühmte Munsterkäse und die grosse Storchenkolonie. Der Vorzeigekäse ist hier der weltbekannte Munsterweichkäse in seiner orangfarbigen Rinde, er wurde von der Benediktinerabtei zum ersten Mal hergestellt. In einem Kaffee beim grossen Dorfplatz konnten wir den Flug der über 60 Weissstörche bewundern die fast auf jedem Hausgibel einen Horst errichtet haben.
Unsere beiden ältesten Männeriegler Alfi und Werner liessen wir gleich dort, damit sie die Störche weiter beobachten können. Die verbliebenen 6 Männerriegler konnten es sich bis zum nächsten Halt in Kientzheim somit im Kleinbus besonders bequem machen.
![]() Weisskopf - Seeadler im Anflug |
Langsam aber sicher machte sich der Hunger bei gewissen bemerkbar, nein Willi ich verrate nicht wer gemeint ist… während die einen nach einem angeschriebenen Haus suchten, war für die zweite Gruppe der Aufstieg zu den alten Gemäuer der Burg Kientzheim angesagt. In der Volerie des Aigles hatten wir die einmalige Gelegenheit, die schönsten Greifvögel der Welt zu betrachten, sowie aus der Entfernung im Freiflug als auch aus nächster Nähe. Bei der beeindruckenden Flugschau, war der Abstand zwischen Mensch und Tier manchmal nicht grösser als ein paar Zentimeter. Ein atemberaubendes Erlebnis, darum liessen wir Heinz und Edy zurück damit sie das Handwerk des Falkners erlernen können.
4 Männerriegler machten sich auf den schnellsten Weg zurück nach Rothrist. Da Werner und René für ihre Frauen noch etwas Süsses kaufen wollten, wurde ein Zwischenhalt im wunderschönen Ribeauville gemacht. Der Duft von frisch hergestellten Makronen führte die beiden in die nächste Bäckerei, seither wurden beide nicht mehr gesehen.
2 Männerriegler wurden am Schweizer Zoll gefilzt, Heinz durfte nicht in die Schweiz da er seine ID verloren hatte... So kehrte ich halt alleine, von unserer Elsässer Kulturreise nach Rothrist zurück. Ich hoffe, dass bis zur nächsten Männerriegen Turnstunde wieder alle gesund und munter den Heimweg gefunden.
Eurer Märchenerzähler
Bruno